
Eine neue Studie im Auftrag der zur Landbell Group gehörenden European Recycling Platform (ERP) hat die Leistung unterschiedlicher europäischer Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR-Systeme) untersucht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass EPR-Systeme tendenziell besser funktionieren, wenn sie wettbewerblich ausgestaltet sind, d.h. wenn mehrere Herstellerverantwortungsorganisationen miteinander im Wettbewerb stehen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich Wettbewerb vorteilhaft auf die Kreislaufwirtschaft auswirkt. Die Studie wurde vom Think-Tank adelphi durchgeführt und am 20. Juli veröffentlicht.
Die Studie zeigt, dass Herstellerverantwortungsorganisationen, die miteinander im Wettbewerb stehen, Innovationen vorantreiben und ihre Dienstleistungen gegenüber Herstellern verbessern, was wiederum zu höherer Kundenzufriedenheit führt. Zudem führen wettbewerbliche Systeme zu einem kosteneffizienteren Abfallmanagement, insbesondere in Hinblick auf Sammlung, Sortierung und Verwertung, indem sie für einen funktionierenden Wettbewerb zwischen einer vergleichsweise größeren Vielfalt von Entsorgungsunternehmen sorgen.
Monopolistische Systeme, in denen lediglich ein einziges System Dienstleistungen für die Hersteller erbringt, setzen dagegen typischerweise auf effektive, aber oft kostspielige Innovationen. Zudem besteht hier das Risiko, dass es bei unzureichender Transparenz zu einem Missbrauch von Marktmacht kommt.
Diese Ergebnisse gelten für Elektro- und Elektronikaltgeräte, Batterien und Verpackungen.
Die Studie gibt zudem Handlungsempfehlungen, wie die Leistung wettbewerblich ausgestalteter EPR-Systeme weiter verbessert werden kann. So wird unter anderem vorgeschlagen, unabhängige Koordinierungsstellen einzurichten und damit faire Wettbewerbsbedingungen zwischen den verschiedenen Herstellerverantwortungsorganisationen zu schaffen. Wichtigste Aufgaben dieser Stellen wären:
Zudem wird eine EU-weite Harmonisierung der Kriterien für die ökologische Gestaltung von Lizenzentgelten empfohlen.
Die Studie „Analysis of Extended Producer Responsibility Schemes“ kann hier heruntergeladen werden.